Feuerwehr Büdingen

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Erkenntnisse für den Ernstfall gewonnen

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Bericht des Kreis-Anzeiger

15.08.2011 10:02 Uhr - BÜDINGEN

(ten). Die Büdinger waren durch eine Zeitungsmeldung vorgewarnt. So hielt sich die Überraschung in Grenzen, als am Samstagmorgen zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge und Rettungswagen zum leer stehenden Kasernengelände eilten. Der Wetteraukreis hatte eine gemeinsame Katastrophenschutzübung von Rettungskräften aus dem gesamten Kreisgebiet angesetzt. Als Szenario diente der Einschlag eines Flugzeugs nach einem missglückten Notlandeversuch in eines der leer stehenden Gebäude. Dabei war dieses teilweise eingestürzt und das Treppenhaus nicht mehr begehbar.

So musste das Technische Hilfswerk den Keller und das Treppenhaus gegen weitere Zusammenbrüche verbauen. Zugleich musste mit Gerüstteilen ein Rettungsweg von außen an die höher gelegenen Fenster errichtet werden. Erst dann konnten die meisten der 40 Verletzten aus dem Gebäude gerettet werden.

Anschließend wurden sie zu einem Ablageplatz gebracht. „Das ist ein Zwischenpuffer, damit sie aus der Gefahrenstelle heraus sind“, erläutert Hagen Vetter, beim Wetteraukreis für Zivil- und Katastrophenschutz zuständig. An dieser Zwischenstation wurden die Verletzten nach drei Kategorien - rot, gelb und grün für lebensgefährlich, Schwer- und Leichtverletzte - eingeteilt. Entsprechend dieser Kategorien wurden sie anschließend am Behandlungsplatz in Zelten versorgt.

Grundsätzlich läuft eine Übung natürlich unter optimaleren Bedingungen ab, als eine echte Katastrophe. So standen mit rund 250 Teilnehmern und 65 Fahrzeugen große Reserven zur Verfügung, um das angenommene Szenario zu bewältigen. Insbesondere während der regulären Arbeitszeiten können die Rettungsdienste auf deutlich weniger Helfer zählen.

Dennoch lassen sich auch bei einer vorangekündigten Übung wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall gewinnen. Denn der Stress des Einsatzes ist zumindest ähnlich. So bleibt die Behinderung und körperliche Belastung durch die Atemschutzgeräte die gleiche. Und auch die schwierige Orientierung in verqualmten oder wie bei der Übung vernebelten Gebäuden ist vergleichbar. Sicherungsleinen garantieren, dass die Helfer rechtzeitig den Weg zurück ins Freie finden und nicht selbst Opfer einer Katastrophe werden.

Insgesamt sind Vetter und der Kreisbeigeordnete Ottmar Lich mit dem Ablauf der Übung zufrieden. Dennoch haben sie auch Verbesserungspotenzial erkannt. „Wir haben gemerkt, dass das Bindeglied zwischen der Brandstelle und dem Behandlungsplatz nicht optimal funktioniert hat, da war eine Engstelle“, beschreibt Vetter, dass die Zusammenarbeit verbessert werden muss. Lich merkt an, dass die Verletzten besser von vier Personen abtransportiert werden: „Wenn einem die Trage aus der Hand rutscht, liegt der Verletzte unten“, konnte er die Konsequenz von nur zwei Trägern beobachten.

Auch beim Technischen Hilfswerk, das ein wesentlicher Bestandteil der Übung war, konnte man den Übungsbedarf erkennen. So waren zu wenige Gerüstbauteile vorhanden, um einen sicheren Rettungsweg in das Gebäude zu errichten. Deshalb mussten Aluplanken durch Holzbohlen ersetzt werden. Weil diese zu knapp abgesägt wurden, entstand Zeit- und Materialverlust.

Zwischen 6000 und 10000 Euro habe die Übung gekostet, schätzt Lich. Angesichts der zahlreichen beteiligten Personen und Geräte eine vergleichsweise geringe Summe. „Wenn man das mit Hauptamtlichen macht, könnten wir es nicht bezahlen“, betont er die Bedeutung der ehrenamtlichen Helfer.

Diese hebt er auch bei der Unterzeichnung des Vertrages für die Weiterführung des dritten Betreuungszuges beim Roten Kreuz Büdingen hervor. Man müsse darauf achten, dass bei der Beauftragung hauptamtlicher Leistungen auch Anbieter zum Zuge kämen, die zugleich ehrenamtlich engagiert seien. Sonst könnten diese das Ehrenamt nicht finanzieren, wandte er sich dagegen, dass einige preisgünstige Organisationen sich nur Rosinen aus dem Kuchen pickten.

Ausdrücklich begrüßte Lich die Weiterführung des Betreuungszuges mit 25 Personen und sieben Fahrzeugen, der in Nidda stationiert ist. Lich: „Wir haben die Situation, dass wir am südlichen Vogelsberg eine schlagkräftige Truppe brauchen.“

Hier noch einige Bilder, bereitgestellt von Michael Koch.

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