Feuerwehr Büdingen

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Mit neuer „alter“ Wehrführung in die Zukunft

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16.08.2011 - BÜDINGEN

Bericht des Kreis-Anzeiger geschrieben von Björn Leo

Sieben Monate war die Führung der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Büdingen verwaist. Seit der Jahreshauptversammlung im Januar fand sich in den Reihen der Wehrleute niemand, der die Verantwortung an vorderster Front übernehmen wollte. Die personelle Katastrophe war perfekt, als im Juli auch Standbrandinspektor Timo Blum überraschend sein Amt niederlegte und aus der Feuerwehr austrat. Er wurde im November 2009 von der Stadt benannt. Eine emotionale Debatte, die über einen längeren Zeitraum intern geführt wurde, entbrannte nun öffentlich. Vor allem die Kommunikation zwischen Büdingens Stadtverwaltung und der Feuerwehr war plötzlich Gegenstand der Auseinandersetzung, bei der zeitweise richtig die Fetzen flogen. Wenige Wochen vor dem Umzug der Feuerwehr von der Hannerstraße im Stadtzentrum in den neuen Stützpunkt auf dem ehemaligen Kasernengelände in der Orleshäuser Straße schien guter Rat teuer.

Doch Feuerwehr und Stadtspitze räumten in mehreren Gesprächen zumindest die gröbsten Missverständnisse aus, schufen nicht zuletzt dank Büdingens Erstem Stadtrat Manfred Hix (SPD) wieder eine Vertrauensbasis, auf der sich arbeiten lassen sollte. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Personalentwicklung in der Feuerwehr einzuschätzen, die jetzt alte Bekannte in den so lange vakanten Leitungspositionen präsentiert: Horst Hofmeister ist wieder Wehrführer, Riccardo Bortolotti ist sein Stellvertreter. Das Duo ist zu Beginn des Jahres zurückgetreten, weil es unter anderem keine Vertrauensbasis mehr für die so wichtige Zusammenarbeit mit der Stadt gesehen hatte.

Vor allem Hofmeister, der in Frankfurt hauptberuflich bei einer Feuerwehr für das Sachgebiet Fahrzeugtechnik tätig ist, sah damals bei der Planung des neuen Stützpunktes die Interessen der Büdinger Wehrleute nicht ausreichend vertreten. „In vielen Situationen wird die Feuerwehr als Nutzer einfach ignoriert und über die Köpfe hinweg entschieden. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum ich als Wehrführer zurückgetreten bin“, schrieb Hofmeister in seinem Bericht für das vergangene Jahr.

Er gilt sowohl in den Reihen der Feuerwehr als auch nach Ansicht der Verwaltung als einer der wichtigsten Kameraden. „Er verfügt über ein unglaubliches Wissen, hat den Löwenanteil an der Planung des neuen Stützpunktes“, lobt Thomas Appel, der als Vorsitzender der Feuerwehr den Zwist mit der Verwaltung als beendet ansieht. „Sämtliche Differenzen sind ausgeräumt. Alle Beteiligten führten sehr ehrliche Gespräche. Wir wollen uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren, denn wichtige Aufgaben stehen an“, erklärt Appel.

„Der Magistrat begrüßt die Entscheidung“, kommentiert Bürgermeister Erich Spamer (FWG) die aktuelle Situation knapp. Er hatte sich vor einigen Wochen zahlreiche Vorwürfe von Thomas Appel anhören müssen. Weitere Aussagen wollte der Rathauschef dazu nicht machen.

Dabei klingt die Einschätzung von Riccardo Bortolotti, der über lange Zeit ähnlich wie Hofmeister nicht mit allen Entscheidungen Spamers bezüglich der Feuerwehr einverstanden war, doch vielversprechend. „Wir wollen die Vergangenheit ruhen lassen. Ich sehe jetzt wieder die Möglichkeit, eine gerade Furche zu zackern.“ Der stellvertretende Wehrführer räumt ein, dass über einen langen Zeitraum beide Seiten Fehler gemacht hätten. „Ich spreche mich da gar nicht frei von Schuld. Doch derart konstruktiv, wie das Verhältnis und die Gespräche mit der Stadt in den vergangenen zwei Wochen waren, lässt uns auf eine gute Zukunft hoffen.“

Dass Hofmeister und Bortolotti wieder im Amt sind, liegt vor allem an dem Willen der Feuerwehr. Eine von Thomas Appel einberufene Gruppe mit Führungskräften, der unter anderem Stadtbrandinspektor Stephan Naumann und Horst Diefenbach, Ehrenvorsitzender der Büdinger Wehr, angehörten, hat sich für das Duo stark gemacht. Zudem gab es richtungsweisende Gespräche mit dem Wehrausschuss. Parallel dazu thematisierten Feuerwehr und Verwaltung die Position des Stadtbrandinspektors. Aus dem Rathaus sind klare Signale gekommen, den Posten künftig hauptamtlich zu besetzen. Bis es zu einer Stellenausschreibung kommt, ist Stephan Naumann Büdinger Feuerwehrchef. Der Rinderbügener, der bei der Leitstelle Wetterau in Friedberg tätig ist, bekommt in Kürze genauso seine Urkunde als Ehrenbeamter wie der Wehrführer und Stellvertreter. Die Feuerwehr, so erklärt Appel, rechne damit, dass nach Klärung aller Formalien Naumann bis August 2012 ehrenamtlich im Amt bleibe.

Derweil laufen die Vorbereitungen für den Umzug in den neuen Stützpunkt auf Hochtouren. Am Sonntag, 2. Oktober, soll das Areal der Bevölkerung im Zuge eines Tages der offenen Tür offiziell vorgestellt werden. Bereits am Samstag, 1. Oktober, erwarten die Büdinger Feuerwehrkameraden geladene Gäste zur Eröffnungsfeier in der Orleshäuser Straße. Unter anderem hat sich der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier angekündigt
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