Feuerwehr Büdingen

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Umstellung auf digitale Alarmierung

E-Mail

Neues System für schnellere Hilfe

In Deutschland wurde für viele Jahrzehnte ein analoges Funknetz für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BOS, betrieben. Zwar ist hier in weiten Teilen Deutschlands eine gute Netzabdeckung gegeben und es läuft sehr stabil, allerdings bietet es auch einige Nachteile: Statusmeldungen, die im Funk übertragen werden, beispielsweise der Hinweis an die Leitstelle, dass ein Fahrzeug auf dem Weg zu Einsatzstelle ist, erzeugen störende Geräusche und unterbrechen mitunter kurzzeitig den Funkverkehr. Eine analoge Alarmierung hat je nach Anzahl der alarmierten Kräfte sehr lange - teilweise länger als eine Minte - gedauert, in der der Funkkanal blockiert und der Leitstellendisponent gebunden war. Der Funkverkehr konnte leicht von unberechtigten Personen abgehört werden, sodass kritische Informationen in die Hände Dritter gelangen konnten.

Dies alles führte dazu, dass man sich entschied, ein bundesweit einheitliches, digitales Funknetz aufzubauen. Es basiert auf der TETRA-Technik (intern auch BOSNet genannt) und bietet viele Möglichkeiten, die im Analogfunk verwehrt blieben. So können beispielsweise Daten wie Textnachrichten ohne Beeinträchtigung des Sprachverkehrs übermittelt werden. Das Netz ist dabei ähnlich wie ein Handynetz aufgebaut. Jedes Endgerät, das am Funkverkehr teilnehmen will, muss mit einer Art SIM-Karte ausgestattet sein. So soll verhindert werden, dass die verschlüsselte Übertragung von Dritten abgehört werden kann. Auch bietet sich die Möglichkeit, direkte Sprachverbindungen ähnlich eines Telefonats aufzubauen, um lange Funkverkehre abkürzen zu können. Seit einigen Jahren wird daher bereits die Kommunikation mit der Leitstelle sowie der Einsatzstellenfunk digital abgewickelt.

Der nächste Schritt ist die Umstellung der Alarmierung auf das TETRA-Netz. In Hessen entschied man sich zur Anschaffung einer Alarmierungslösung des Herstellers Airbus Defence&Space. Hierbei werden die Alarmierungen nicht mehr per akustisch (Im analogen Netz werden die zu alarmierenden Melder zunächst durch akustische Signale in einen "Mithör-Modus" versetzt, danach übermittelt der Disponent per Sprachdurchsage das Alarmstichwort - Beispielvideo) durchgeführt, sondern textuell an die Kameraden übermittelt. Dies spart Zeit, da der Sprachkanal auch hierfür nicht blockiert werden muss. Außerdem kann sich der Disponent sofort anderen Aufgaben widmen, beispielsweise die weitere telefonische Betreuung der anrufenden Person. Liegt ein Alarm an dem Meldeempfänger des Typs P8gr an, muss dieser mit Rückmeldung, ob am Einsatz teilgenommen werden kann oder nicht, quittiert werden. So ist es möglich zu überprüfen, ob genug Kräfte auf dem Weg sind oder weitere Einheiten nachalarmiert werden müssen.

Links: Ein analoger Funkmeldeempfänger, rechts: Ein digitaler Meldeempfänger vom Typ Airbus P8gr
Links: Ein analoger Funkmeldeempfänger Swissphone Quattro XLi,
Rechts: Ein digitaler Meldeempfänger vom Typ Airbus P8gr,
jeweils in der entsprechenden Ladestation

Nach und nach werden alle Feuerwehren im Wetteraukreis auf die digitale Alarmierung umgestellt. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Büdingen sowie alle Ortsteilfeuerwehren werden seit dem 05.05.2017 digital alarmiert. Parallel dazu wird in der Kernstadt als Rückfallebene und zweiter Alarmierungsweg auf eine Alarmierung per Handyapp gesetzt, die quasi zeitgleich mit der Alarmierung per Meldeempfänger geschieht.

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