Feuerwehr Büdingen

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Abrollbehälter Mulde angeschafft

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Wechselladerfahrzeuge wie das der Feuerwehr Büdingen können innerhalb kurzer Zeit verschiedene Container, im Feuerwehrdeutsch Abrollbehälter (AB) genannt, aufnehmen und an Einsatzstellen verbringen. Einen neuen Abrollbehälter konnte die Feuerwehr Büdingen am vergangenen Donnerstag, den 01.10.2020, vom Hersteller Sirch Containerbau übernehmen. Es handelt sich um einen sogenannten Abrollbehälter Mulde. Was zunächst als einfache Stahlmulde anmutet, ist ein multifunktionales Einsatzgerät, welches die Fähigkeiten der Feuerwehr Büdingen in verschiedenen Einsatzszenarien deutlich erweitern wird.

Die Mulde mit 3.300 kg Eigengewicht und 14.000 kg maximalem Gesamtgewicht verfügt, bei Abmessungen von 6.900 mm x 2.350 mm x 1.050 mm (LxBxH), über ein Fassungsvermögen von 12 m3. Bei vielen Feuerwehren kommen Mulden primär als Transportmittel zum Einsatz, um beispielsweise verschmutztes oder verbrauchtes Material von Einsatzstellen abzutransportieren, ohne andere Einsatzfahrzeuge zu verschmutzen oder die Einsatzkräfte erneut in Kontakt mit gesundheitsschädlichen Stoffen zu bringen. Gerade an Schutzkleidung, Feuerwehrschläuchen oder anderen Einsatzgeräten können nach dem Einsatz beispielsweise Rußpartikel oder Treib- und Betriebsstoffe anhaften. Um gesundheitliche Folgeschäden zu vermeiden, ist der Kontakt mit dieser Ausrüstung bis zu ihrer Reinigung weitestgehend zu vermeiden. Durch den Transport in der Mulde bleiben Geräteräume der Einsatzfahrzeuge sauber und die Wege zur Reinigung werden verkürzt, was die Verschleppung von Schadstoffen innerhalb des Brandschutzzentrums verringert. Der beschaffte Abrollbehälter stellt somit auch einen Teil des Konzepts zur Einsatzstellenhygiene der Feuerwehr Büdingen dar.

Ebenso können aber auch Schüttgüter transportiert und mit einer Plane abgedeckt werden. Beispiele für solche Schüttguttransporte stellen Sand oder bereits fertig gefüllte Sandsäcke im Hochwassereinsatz dar. Darüber hinaus ist der Transport von Stückgut möglich. Durch Verzurrösen und ein Airline-Schienensystem können Geräte und Nachschubmaterial flexibel gesichert und transportiert werden. Stromerzeuger, Gitterboxen mit Sandsäcken, Rollwagen, IBC-Flüssigkeits- und Schaummittelbehälter sind nur ein kurzer Auszug aus der Liste möglicher Transportgüter. Die Heckklappe ist dafür ausgelegt, sowohl das Abkippen von Schüttgut als Pendelklappe zu erlauben, als auch als Rampe zu dienen, um die Mulde mit Fahrzeugen zu befahren oder diese zu transportieren. Die Fahrzeuge dürfen dabei eine Achslast von bis zu 5 Tonnen aufweisen.

Neben dem Transport von Fahrzeugen für Übungen im Bereich der technischen Hilfeleistung , ist die Mulde in Verbindung mit der ebenfalls eingebauten elektrischen Winde mit einer Zugkraft von maximal 3,6 t in der Lage, Fahrzeuge nach einem Brand aufzunehmen. Durch die wasserdichte Ausführung mit einem Dammbalkensystem am Heck kann die Mulde im Anschluss über zwei B-Storz-Anschlüsse befüllt und so ein verunfalltes Elektrofahrzeug gekühlt werden. Nach einem Fahrzeugbrand oder einer mechanischen Einwirkung auf den Akkumulator eines Elektrofahrzeugs ist ein (Rück)Zünden auch mit einer großen Zeitverzögerung möglich. Die Kühlung durch Versenken des Akkus in Wasser stellt eine effektive Methode dar, dieser Gefahr zu begegnen.

Die Wasserdichtigkeit der Mulde erweitert den Einsatzbereich auf eine Vielzahl weiterer Einsatzszenarien. Die Mulde kann als Speicher für Löschwasser im Zuge einer Löschwasserförderung verwendet werden. Eine Entnahme ist dabei über einen A-Sauganschluss möglich, der mit einem Strudelbrecher versehen wird. Diese Eigenkonstruktion der Feuerwehr Büdingen verhindert zukünftig die Bildung eines Strudels bei niedrigen Füllständen und entlastet so die Entlüftungseinrichtung der Pumpe des ansaugenden Fahrzeugs, da keine Luft aufgenommen wird. Ein Einsatz der Mulde als Kühlbecken für geborgene und erhitzte Druckbehälter kommt ebenso infrage wie die Rückhaltung kontaminierten Löschwassers.

Abgerundet wird die Ausstattung durch Materialboxen, welche die Aufnahme von Ausrüstung zur Ladungssicherung ermöglichen.

In den nächsten Tagen wird der Abrollbehälter noch durch eine externe Firma im Design der Feuerwehr Büdingen beschriftet, bevor er anschließend für den Übungs- und Einsatzdienst zur Verfügung steht.

Die Kosten von über 25.000 € für die Mulde wurden, wie auch die vom Trägerfahrzeug sowie weiteren Logistikkomponenten, vom Feuerwehrverein aus einer Erbschaft übernommen.

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Text: Moritz Schäfle, Bilder: Dennis Allmann

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